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Doppelbesteuerung

Zwischen Frankreich, Deutschland, Luxemburg, Österreich und der Schweiz bestehen jeweils Doppelbesteuerungsabkommen, die regeln, in welchem Land Einkommensteuer von ausländischen Erwerbstätigen oder Erwerbstätigen mit Wohnsitz in einem der Partnerstaaten zu zahlen sind. Überwiegend decken sich die einzelnen Bestimmungen in allen Ländern.

Für Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit werden die Steuern im jeweiligen Land der  Arbeitsausübung gezahlt. Wenn Sie beispielsweise in Frankreich arbeiten, sind Sie auch in Frankreich steuerpflichtig, egal welche Staatsangehörigkeit Sie besitzen. Hiervon gibt es jedoch einige Ausnahmen:

Hält sich ein Arbeitnehmer, der normalerweise seinen Wohnsitz in einem der anderen Partnerländer hat, insgesamt nicht länger als 183 Tage während des betreffenden Steuerjahres (F-D/CH, LUX-CH) [bzw. des betreffenden Kalenderjahres (LUX-D/AUT) oder „während eines 12 aufeinanderfolgende Monate nicht übersteigenden Zeitraumes“ (AUT-F)] in diesem anderen Land auf, so kann sein Einkommen auch in seinem Wohnsitzland besteuert werden. Als zusätzliche Bedingung darf der Betriebsausgabenaufwand seines Arbeitgebers nicht in diesem anderen Land anfallen (z.B. ausländische Betriebsstätte).

Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit können allerdings grundsätzlich nur in dem Staat besteuert werden, aus dem jene herrühren. Zu beachten sind auch Einkünfte aus Beschäftigung im öffentlichen Dienst. Diesbezüglich können sich abweichende steuerliche Regelungen ergeben.

Infos für Studenten

Studenten und Praktikanten, die für weniger als 183 Tage eines Kalenderjahres bei einem Unternehmen in einem Partnerstaat beschäftig sind, in dem sie nicht ihren Wohnsitz haben, fallen unter folgende Bestimmung. Dient Ihre Tätigkeit dem Erhalt der „notwendigen praktischen Ausbildung“ werden die Einkünfte ausschließlich in dem Staat besteuert, in dem der Student ansässig ist (gültig für D-F, LUX-AUT; für F-AUT: bei max. 6 Monaten während eines Kalenderjahres). Des Weiteren sind Unterhalts-, Studien- oder Ausbildungsgelder, die Studenten aus dem Ausland empfangen, in diesem Ausland steuerbefreit, wenn die Studenten sich ausschließlich zum Studium oder zur Ausbildung im Vertragsstaat aufhalten.

Infos für Grenzgänger

Eine besondere Regelung gibt es auch für Grenzbewohner in Frankreich und Deutschland, die im Nachbarland arbeiten, jedoch in der Regel jeden Tag zu ihrer Wohnstätte über die Grenze zurückkehren. In diesem Falle müssen Steuern ebenfalls im Wohnsitzland gezahlt werden. Zur Befreiung von der deutschen Lohnsteuer ist das Formular 5011 vom französischen Centre des impôts das Formular S 2-240 beim deutschen Finanzamt zu beantragen. Zur Grenzzone gehören auf französischer Seite die Départements Bas-Rhin, Haut-Rhin und Moselle. In Deutschland sind neben dem Saarland alle bis 30 km Luftlinie von der Grenze entfernten Gemeinden betroffen.

Zwischen Frankreich und Luxemburg hängt die Besteuerung der Grenzgänger vom Besitz der sogenannten „carte frontalière“ ab. Deren Inhaber sind in ihrem jeweiligen Steuerdomizil steuerpflichtig.

Im Grenzgebiet zwischen der Schweiz und Frankreich gelten differenzierte Bestimmungen, da jeder Kanton ein eigenes Steuergesetz anwendet. Tägliche Pendler von Frankreich nach Genf sowie Wochenendpendler werden in der Schweiz besteuert, müssen aber gleichzeitig ihre Einkommensteuer in Frankreich deklarieren. Pendler in die übrigen Kantone zahlen jedoch ihre  Steuern in Frankreich.

Hilfestellung zur Steuererklärung in Frankreich/Deutschland

Trotz der Doppelbesteuerungsabkommen müssen alle Einkünfte aus dem Land des Vertragspartners im jeweiligen anderen Land deklariert werden. Die 1. Steuererklärung in Frankreich kann nur in Papierform abgegeben werden. Dabei handelt es sich um die Déclaration des revenus (formulaire 2042). In der Folge erhält man seine numéro fiscale und damit ab dem 2. Jahr die Möglichkeit, die Steuern bequem im Internet zu deklarieren.

Zusätzlich zur Déclaration des revenus ist gegebenenfalls ein Formular zur Angabe des Einkommens aus dem Ausland auszufüllen. Die passende Vorlage finden Sie auf der Internetseite http://www.impots.gouv.fr, wenn Sie in die Suchmaske „revenu étranger“ eingeben. Als Hilfestellung für das Ausfüllen gibt es zu den einzelnen Formularen jeweils eine sogenannte notice.

Eine Doppelbesteuerung wird in Frankreich vermieden, indem man ein Steuerguthaben für im Ausland gezahlte Steuern erhält. Jene sind nicht absetzbar. Durch die steuerlichen Unterschiede der beiden Staaten können sich hierbei Belastungen bzw. Vergünstigungen ergeben.

In Deutschland dagegen wird auf das Einkommen eine Quellensteuer erhoben. Zu Beginn des Arbeitsverhältnisses muss in Deutschland eine Lohnsteuerkarte beim Finanzamt beantragt werden. Es ist nicht verpflichtend, eine Steuererklärung abzugeben, es bringt Ihnen jedoch steuerliche Vorteile, wenn Sie Ihre Abzüge deklarieren. Sie müssen hingegen gegebenenfalls Ihre Einkünfte aus dem Ausland angeben. Dazu füllen Sie den Mantelbogen Est1A für die allgemeine Steuererklärung (oder die vereinfachte Version Est1V) aus und zusätzlich die Anlage N für Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit. Diese beiden Formulare finden Sie beispielsweise unter

http://www.ofd.niedersachsen.de->Steuervordrucke zum Herunterladen->Einkommenssteuer

In Zeile 21 der Anlage N geben Sie Land und Betrag Ihres ausländischen Einkommens an. Im Ausland gezahlte Steuern müssen nach den Doppelbesteuerungsabkommen in Deutschland freigestellt werden. Bei der Ermittlung des Steuersatzes wird jedoch der Progressionsvorbehalt angewendet. Das bedeutet, dass Ihr gesamtes Welteinkommen (inländische und ausländische Einkünfte) bei der Berechnung des Steuersatzes berücksichtigt wird. Dieser Steuersatz wird dann auf Ihr inländisches Einkommen angewendet.

Für weitere Details können Sie sich über untenstehende länderbezogene Links informieren:

Zuständige Behörden in den einzelnen Ländern sind:

Deutschland:

http://www.bundesfinanzministerium.de (Bundesfinanzministerium)

http://www.finanzamt.de (Finanzämter)

Österreich:

https://www.bmf.gv.at (Bundesministerium für Finanzen)


Frankreich:

http://www.minefi.gouv.fr (ministère de l’économie, des finances et de l’emploi)

http://www.impots.gouv.fr

Schweiz:

http://www.estv.admin.ch (Die Eidgenössische Steuerverwaltung)

siehe auch: http://www.frontalier.org

bzw. die Ämter für Finanzen der einzelnen Kantone

Luxemburg:

http://www.impotsdirects.public.lu

Die einzelnen Doppelbesteuerungsabkommen finden Sie unter folgenden Links:

Frankreich – Österreich: http://www.ris.bka.gv.at

Frankreich – Deutschland: http://www.bundesfinanzministerium.de

Frankreich – Schweiz: www.admin.ch

Luxemburg - Frankreich/Deutschland/Österreich/Schweiz: http://www.impotsdirects.public.lu